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Wichtige Hinweise

Für die Bergseile gilt EN 892

Diese europäische Norm vereinigte die Sicherheitsanforderungen und das Verfahren des Prüfens dynamischer Bergseile im Rahmen der Europäischen Union. Die Produkte, die das Symbol dieser europäischen Norm tragen, erfüllen die gegebenen Sicherheitsanforderungen, was durch Überprüfung eines Musterproduktes in einer akkreditierten Prüfstelle garantiert wird.

Seilprüfungen

Durchmesser

Diese Größe wird bei einer Belastung von 10 kg bei Einfachseilen, 6 kg bei Halbseilen und 5 kg bei Zwillingsseilen gemessen. Hieraus resultiert, dass eine Kontrolle des exakten Durchmessers des Seiles unter Heimbedingungen erheblich problematisch ist.

Masse

Gibt die Masse des Seils auf 1m Länge an. Das Einfachseil wiegt ohne weitere Ausrüstung 55 bis 88 Gramm pro Meter, das Halbseil etwa 50 Gramm und das Zwillingsseil etwa 42 Gramm. Der Kern des Seils muss mindestens 50% seiner Gesamtmasse betragen.

Anzahl der Normafälle

Laienhaft ausgedrückt: es wird die Anzahl der Fälle angegeben, die das geprüfte Seil abhalten muss. Die Norm EN 892 erfordert bei Einfachseilen eine Mindestanzahl von 5 Fällen mit 80 kg Belastung. Halbseile werden mit einem Gewicht von 55 kg geprüft. Bei Zwillingsseilen werden jeweils zwei Seile mit 80 kg Gewicht belastet, und die Mindestanzahl der Fälle ist 12. Die Anzahl der widerstandenen Fälle bei den Prüfungen ist ein direkter Maßstab der Sicherheits-(Festigkeits-)-Reserve des Seils. Bei einem neuen Seil darf es in der Praxis nicht zu seinem Zerreißen bei einer plötzlichen Belastung kommen, unter der Voraussetzung seines guten Zustandes und des wichtigen Umgangs mit ihm (Schutz vor Kantenberührung). Die Sicherheit des Seils verringert sich nach und nach durch den Einfluss des Alterns des Materials und seine Abnützung, d.h. durch Einflüsse, die die Festigkeit senken. Auch Feuchtigkeit, die oft auf Polyamidfasern wirkt, aus denen das Seil angefertigt ist, setzt dessen Festigkeit herab.

Max. Stosskraft

Die Stoßkraft wird bei Prüfungen durch die Probebelastung bei einem Normfall abgeleitet, wobei das Seil bei seiner Verlängerung schrittweise die Fallenergie bis zum Auffangen des Falls absorbiert. Je geringer der Wert der Stoßkraft ist, umso komfortabler ist für den Bergsteiger der aufgefangene Fall. Bei Prüfungen durch jeden weiteren absolvierten Fall steigt die Stoßkraft im Seil, und davon, wie schnell sie steigt, ist auch die resultierende Anzahl der widerstandenen Normfälle abhängig. Je höher die Anzahl der Normfälle ist, desto höher ist auch für den Nutzer die Lebensdauer des Seils.

Die praktische Nutzung der Seile im Gelände oder an den Übungswänden ist von den Laborbedingungen abweichend. Bei einem standardgemäßen Seiltest ist das Ende des Seils fest fixiert, in der Praxis haben die Sicherungseinrichtungen und Systeme jedoch ein bestimmtes Seilgleiten, wodurch der Fall dynamischer aufgefangen wird. Mittels der dynamischen Sicherung wird dann ein Teil der Fallenergie aufgeteilt und dadurch verringert sich die Stoßkraft. Daher ist es wichtig, die dynamische Sicherung richtig zu beherrschen und zu benutzen.

Entscheidend für die Größe der Stoßkraft ist auch der sogenannte Fallfaktor, was eine Größe ohne Maßeinheit ist, die das Verhältnis zwischen der Länge des Falls und der Länge des Seils angibt, das den Fall aufhängt. Praktisch ist es für die Größe der Stoßkraft nicht wichtig, wie lange der Fall dauert, sondern wie groß der Fallfaktor war. Der Fall einer Länge von 5 m mit einem Fallfaktor 1,5 weißt eine wesentlich höhere Stoßkraft als ein Fall mit einer Länge von 6 m bei einem Fallfaktor von 0,5 auf.

Verschiebung des Mantels

Bei der Prüfung wird es festgestellt, um wieviel sich bei der Belastung der Seiloberfläche der Seilmantel gegenüber dem Kern verschiebt. Die Prüfung wird in eine Spezialmaschine durchgeführt und die Norm EN 892 legt fest, dass sie nicht mehr als 40 mm bei einem Ausziehen der Seillänge von 1930 mm betragen darf, also etwa 2%.
Sofern es bei der Verwendung in der Praxis zu einer Verschiebung des Kerns gegenüber dem Mantel kommt, kann es zum Entstehen von Beulen und sog. Strümpfen kommen. Sind die Seilenden schlecht verschweißt, kann sich der Kern am Ende des Seils aus dem Mantel herausschieben oder der Mantel kann außerhalb des Kerns verschoben werden. Bei unseren Seilen sind die Enden durch Ultraschall zu einem integrierten Ganzen verschweißt und bei Einhaltung der Anforderungen an die Mantelverschiebung kann es zur oben beschriebenen Situation nicht kommen.

Dehnung

Die statische Gebrauchsdehnung wird durch Belastung des Seils mit einem Gewicht einer Masse von 80 kg geprüft und darf nicht 8% bei Einfachseilen (eine Seillitze) und Zwillingsseilen (gleichzeitig werden zwei Litzen geprüft) und 10% bei Halbseilen (eine Litze) übersteigen.

Dehnung beim ersten Fall

Dieser Parameter gibt die Dehnung des Seils während des ersten Normfalls an. Die maximal zulässige dynamische Dehnung beträgt 40% und berücksichtigt die Eigenschaften des Seils besser, als der statische Wert der Gebrauchsdehnung. Alle Seile von LANEX mit den erreichten Werten von 30-35% erfüllen die Anforderung dieser (bislang nicht obligatorischen) EN-Norm mit einer großen Reserve.

Knotbarkeit

Eine ausgezeichnete Biegfähigkeit ist eine der wichtigsten Anforderungen an Bergseile. Wie kann man sie messen? Am Prüfseil wird ein einfacher Knoten gebunden und mit einer Masse von 10 kg belastet. Dann wird der Innendurchmesser des Knotens gemessen und vom Durchmesser des Seils der Knotbarkeitskoeffizient ermittelt. Dieser darf höchstens das 1,1fache des Seildurchmessers betragen.

Eine schlechte Biegfähigkeit der Seile erschwert praktisch sowohl das Binden von Knoten, als auch den Durchgang des Seils durch die Karabinerhaken des Sicherungssystems und im Falle eines aufgefangenen Falles auch die Verteilung der Stoßkraft auf die Gesamtlänge des Seils. Die Biegfähigkeit wird auch durch Witterungseinflüsse und eine schlechte Pflege des Seils verringert.

Testen der Seile am Fallturm

LANEX hat eine komplett eingerichtete Prüfstelle, wo die einzelnen Parameter geprüft werden, einschließlich der Fallprüfung. Die neu entwickelten Seile gehen daher in die europäischen Prüfstellen zwecks Zertifizierung bei voller Vorbereitung und mit bekannten technischen Parametern. Für seine Produkte nutzt LANEX die akkredierte Prüfstelle in Wien.

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