Polish Prinzess
Im April 2011 öffneten Eliza Kubarska und David Kaszlikowski aus Polen den neuen Weg „Polish Prinzess“ (Polnische Prinzessin) (7b+max, 270 m) auf Dragon’s Horns (Bukit Nanek Simukut) auf der Insel Tioman in Malaysia. Jedes Jahr verlassen Eliza Kubarska und David Kaszlikowski ihre Heimat in Polen, um ungekletterte Felsenwände in der ganzen Welt zu suchen, und dieses Jahr im April kehrte das Paar nach Malaysia zurück, genauer gesagt auf die wunderbare Insel Tioman und ihren unüberschaubaren Granitfelsen Bukit Nanek Simukut, der 700 m über den tropischen Dschungel reicht.
Vor einem Jahr haben sie den ersten Weg Sam Sam (7b max, 300 m) am Südturm dieses Bergs (der auch als Dragon’s Horns oder Twin Peaks bekannt ist) eröffnet, dieses Jahr war es Polish Princess (7b+max, 270 m), meistens Ground-Up mit einigen geraden Abschnitten danach.
Der Weg selbst ist eine traditionelle Route mit einigen Runouts und Kaszlikowski sagt: „Nach unserer Erstbesteigung im Jahre 2010 hat uns die Qualität des Felsens und das Potential dieses Gebiets zurück angelockt. Wenn Twin Peaks mehrere geschickte Kletterer besteigen, hat Twin Peaks das Potential, in der Zukunft zu einer „globalen“ Mehrseillängen-Kletterattraktion zu werden. Es ist wahrscheinlich die einzige Wand der Welt, die so nah an unwirklich schönen Korallenriffen liegt, so dass es möglich ist, während eines einzigen Tages nicht nur klettern, sonder auch tauchen.“
Obwohl der Südturm durch einen kurzen einstündigen Zutritt erreichbar ist, mussten sie einen Weg durch den Dschungel durchschlagen. „Wir haben zwar den Pfad benutzt, den unser Freund Sam vor einigen Jahren gebahnt hat,“ erklärt Kaszlikowski, „aber bis zum Felsen mussten wir durch den Dschungel noch einen kurzen Pfad durchschlagen, was eine unglaublich langsame und aufreibende Arbeit ist (3 Stunden Hacken, um einen 15-Minuten-Pfad zu machen). Jetzt ist der Pfad schon fertig.“
Die Erstbesteigung zeigte sich mehr abenteuerlicher zu sein, als sie sich vorgestellt haben. „Der Gipfel und die Wände sind oft in Wolken versteckt ... es regnete von Morgen und nach der am Gipfel verbrachten Nacht mussten wir nach unten in das Lager abseilen. Am Anfang kümmerten wir uns um den Regen nicht, weil es so warm war, dass man nackt klettern konnte, aber in einem Augenblick änderte sich der Regen auf einen heftigen Sturm mit starkem Regenguss. Er ergoss sich über uns, als wir 70 Meter über dem Erdboden hingen. Er war stärker, als wir je zuvor erlebten, und sehr kalt. Wir zitterten von Kälte, dann änderte sich die Wand auf einen Wasserfall und das Atmen war auf einmal schwieriger.
Wir überlebten nur dank einem Schutzdach aus dem Zelt, das wir aus dem Rucksack zur rechten Zeit herausgezogen haben. Wir dehnten das Zelt zwischen unseren Helmen und warteten fast im hypothermischen Zustand, bis der Regen zu Ende kommt. In der Nacht konnten wir erfolgreich abseilen, um unser Lager im durch Wasser völlig vernichteten Zustand zu finden.“
Die potentiellen Wiederholer wurden gewarnt. Wenn wir schon über Potential reden, sagt Kaszlikowski: „Es gibt hier viele Möglichkeiten für neue Wege, die höchsten und interessantesten Teile des Südturms sind 400-500 m hoch, sehr glatt, mit schwierigen Startplätzen auf dem hochkompakten Felsen. Manche der besten Wege an der Südwand werden bestimmt Haken brauchen. Das wollten wir ursprünglich schon dieses Jahr machen, aber nach großen Schwierigkeiten mit der Platzierung der Haken haben wir darauf verzichtet. Unsere elektrische Bohrmaschine war nicht fähig, nach 30 Minuten Arbeit einige 4-cm-Löcher auszubohren. Wir verdorbten drei Bohrer, dann probierten wir es mit unserem Handbohrer zu bohren, womit wir mehr Erfolg hatten. Der Felsen auf der Insel Tioman gehört zu den härtesten Felsen der Welt. Er enthält dazu noch einige unglaublich geformte Platten, so typisch für Granit.“
Es gibt 5Wege auf den Gipfel des Südturms:
1. Beckwith-Traver – Steve Beckwith und Matt Traver im Jahre 2009 (400 m, 5.10.A3)
2. Waking Dream – Nick Tomlin und Scotty Nelson im Jahre 2000 (V 5.9 A2, 10 Seillängen), frei Dave Sharratt und Hank Jones und klassifiziert 7c+
3. Muka – Martínek, Beneš, Sobotka im Jahre 2010 (Standplätze vor Ort) 7a+, 360 m
4. Polish Princess (7b+, 270 m) – David Kaszlikowski, Eliza Kubarska 2011. Direktweg und vorbereitet (Kreuzung mit Muka nach Seillänge 4)
5. Sam Sam (7b max, nach gebrochenem Griff, 300 m) – Kaszlikowski, Kubarska 2010
