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FYQ - Der Weg zum Erfolg auf 8b+

Als kleiner Junge habe ich viele Sportarten betrieben, Fußball, Baseball und schließlich fing ich an zu klettern. Draußen mit meinen Kameraden kletterten wir auf Bäume und alles Mögliche hinauf. Im Klettern wurde ich immer besser und fing an, kleinere Ziele mir zu setzen. Zuerst war es Überklettern eines Wandüberhanges, später dann eine Felsroute im Schwierigkeitsgrad acht. Grad neun hätte ich mir nicht träumen lassen. Noch später beherrschte ich meine erste Neun und gleich danach meine erste 8a.
Jedes Jahr wollte ich mich um einen Grad verbessern. Also jetzt kam 8a+ an die Reihe. Als kleiner Junge hätte ich mir diesen Schwierigkeitsgrad nicht im Traum einfallen lassen und ich glaubte nicht, dass ich ihn einmal schaffe. Dies motivierte mich so unbändig, dass ich mir Trainingspläne schrieb und trainierte sehr intensiv. Nach diesem harten Training kletterte ich meine erste Route in 8b – Mrtvaški Ples in Osp. Eigentlich alle schwierigsten Routen, die ich bis zu dieser Zeit geklettert habe, habe ich hier in Osp gemacht. Ich liebe das Klettern hier und dieser Stil passt mir sehr gut. Lange Routen mit Ausdauercharakter.

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Voriges Jahr, im Winter 2014, als ich meine schwierigsten Routen machte, dachte ich mehr über Training. Der Unterschied zwischen 8a und 8a+ ist groß. Und der Unterschied zwischen 8b und 8b+ ist noch größer. Für diesjährige Saison habe ich mir das Ziel gesetzt, den Schwierigkeitsgrad 8b+ zu klettern. Ich wusste, dass diese Aufgabe nicht einfach ist, deshalb habe ich die Zusammenarbeit mit Helena Lipenská aufgenommen. Sie stellte für mich einen Plan auf und ich schindete mich nach diesem Plan wie ein Pferd. Ich wollte auf eine 8b+ so viel klettern und war so motiviert, dass ich auf der Boulderwand so viel schuftete, bis ich nach Hause mit Muskelfieber kam. So viel wollte ich Ergebnisse meines Trainings sehen. Jeden Tag strich ich die trainierten Tage weg. Ich trainierte wirklich hart. Morgens vor der Schule um 7 Uhr das Wecken und schnell auf das Hangelbrett, nach der Schule schnell zur Boulderwand, um Ausdauer zu üben, und ich war so motiviert, dass mir das Training mehr und mehr Spaß machte. Ich konnte den Augenblick, als ich die ersten Griffe auf dem Weg nach 8b+ berühre, kaum erwarten. Deshalb habe ich die Volumenausdauer viel trainiert – 10 Minuten Kreisen auf einem 45-Grad-Überhang auf Leisten und Mittelgriffen. Weiter Hartbouldering auf Mikroleisten. Und selbstverständlich auch einige Hänge und Beugehänge mit Belastungsweste. Und das Hangelbrett nicht vergessen. Das ist die einzige Geburtsklinik der Kraft. Als mir Helena sagte, dass ich auf der Wand in Zlín 20 Routen hinauf und hinab mit einer Belastung von 2 kg in einem Tag klettern soll, glaubte ich nicht. Ich hatte Handschmerzen schon beim vierten Aufstieg, aber ich gab nicht auf.

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Ich trainierte fast bis zum Versagen. Jede Nacht sah ich die 8b+ vor meinen Augen und ich wollte sie besteigen. Im Frühling dieses Jahres wollte ich eine solche Route machen, aber ich habe nicht Kraft gehabt. Ich fing an, die Hoffnung zu verlieren, dass das Training so effektiv war, wie ich es erwartete. Ich war schlecht aufgelegt, aber trotzdem hoffte ich noch, dass sich meine Form jeden Augenblick verbessert.
Und diesjährige Ferien waren zauberhaft. Ich bin nach Rodellar in Spanien verreist, um das harte Training zu verwerten. Wir wollten dort drei Wochen verbringen, es war also genug Zeit, etwas zu erproben. Zuerst machte ich einige leichtere Kletterrouten, um mich an den hiesigen Charakter zu gewöhnen. Zwei Tage später gab es mir schon keine Ruhe und ich versuchte, die Espirit Rebeld 8b zu machen. Diese Route war mit vielen Versuchen verbunden und ich muss sagen, dass es für mich eine Ausdauerroute war, die mir keine Probleme machen sollte, aber machte. Endlich war ich oben und wenn mich der Sicherungsmann nach unten herabließ, sah ich gleich daneben die Ixea 8b+. Und es war Liebe auf den ersten Blick. 

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Die Route befindet sich im Sektor von Las Ventanas und hat etwa 40 Meter. Ich habe den Aufstieg sofort angefangen. Gleich unten befindet sich der schwerste Boulder der ganzen Route. Der rechte Knieschützer schickte sich sehr, anders möchte ich um die komplette Schenkelhaut kommen. Weiter ist die Route mehr vom Ausdauercharakter und am Ende gibt es einen brillanten Endboulder mit kleinen Auflegern und einem Kleinuntergriff. Ich war so begeistert, dass ich auch am nächsten Tag klettern wollte, obwohl dieser Tag ein Rasttag war. Ich konnte den nächsten Klettertag kaum erwarten. 
Nach dem Rasttag machte ich einige Versuche und stürzte von der Mitte der Route auf meine dicken Arme. Ich musste das Programm ändern und einige Tricks anzuwenden. Ungefähr nach 10 Tagen hier in Rodellar hängte meinen Kameraden die lähmende Hitze schon zum Hals heraus. Jeden Tag war es etwa 35°C, also könnt ihr euch vorstellen, wie das Klettern hier war. Ich liebe Wärme und auch 8b+ kann man hier klettern. Zwar muss man etwas fester in den Griffen arbeiten, aber wenn ich schon hier bin und den Schwierigkeitsgrad 8b+ klettern will, muss ich es bewältigen. Ich habe doch nicht so intensiv trainiert, um mich jetzt auf die Hitze herauszureden. Die Jungs haben mir und Jura noch zwei Tage gegeben, um unsere Projekte zu verwirklichen.

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Im diesen Augenblick wurde mir schwarz vor den Augen. Ich wusste, dass wenn ich es während dieser zwei Tage nicht schaffe, war mein Training umsonst. Der Druck war so stark, dass ich mich überhaupt nicht konzentrieren konnte. Am ersten Tag fiel ich zweimal im letzten Schritt der ganzen Route. Ich brüllte, was für ein Ochs ich bin, und ich weiß schon nicht, was alles dort noch erklang :D. Wahrscheinlich viele unfeine Ausdrücke. Zusammen mit mir war dort ein 13jähriger Junge, der die Route noch vor mir gemacht hat und dann jubeln konnte. Dieser Augenblick motivierte mich sehr stark, ich war aus der Pelle gefahren. Ich wollte es mit Kraft an mich reißen. Aber so geht es beim Klettern nicht. Ich machte unnötige Fehler und das ist zu nichts. Am letzten Tag vor der Abreise fiel ich wieder am Abseilring, meine Chance war wieder kleiner. Ich wollte das alles schon zu Ende bringen. Aber plötzlich erhebte sich der Wind und die Temperatur ging um einige Grad nach unten. Ich holte mir schnell das Seil und die Ausrüstung, um noch einen letzten Versuch zu machen. Ich war sehr müde, aber trotzdem fühlte ich noch eine kleine Chance. Die untere Hälfte der Route machte ist schnell. Ich war am Henkelgriff und kletterte weiter. Ich klickte Expressschlingen eine nach der anderen und kam zu einer Sonderleiste, die man überklettern muss, und meine Arme wurden hier schrecklich dick. 

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Nach 30 Metern Klettern fand ich endlich einen Ruheort. Ich verbrachte etwa 10 Minuten auf einem Band. Der Wind kühlte mich ab und ich konnte die Griffe besser halten. Ich sagte zu mir: „Entweder jetzt oder niemals.“ Kein Nachdenken, ich konzentriere mich nur auf den Endboulder, wo ich schon dreimal stürzte. Einige Aufleger, letzte Expressschlinge, und weiter klettern. Ich verlasse die Leiste, ergreife zwei Aufleger, meine Füße fallen heraus. Solche Griffe sind ohne Füße fast unhaltbar, ich jedoch halte sie. Ich fasse es einfach nicht und gehe weiter. Jetzt kommt ein blöder Untergriff, die Füße hinauf, ich fange eine Leiste, inzwischen kann ich aufmunterndes Brüllen von unten hören, Anhalten und Henkelgriff. Jaaaaaaaaaa, ich hab’s geschafft. Jaaaaa. Ich kann es nicht fassen. I can´t believe it. Ich genieße die Atmosphäre vor dem Abseilen. Ich hab’s geschafft. Das Training war nicht umsonst, die Schufterei war der Mühe wert. Ich erinnere mich an die Freude der Kollegen über meine Leistung. Das Lächeln blieb noch lange auf meinem Gesicht und das Abseilen war der beste Augenblick. Endlich konnte ich aufatmen und sagen: „Du hast es geschafft.“ Die Ixea 8b+ machte ich beim siebenten Versuch. Bezugnehmend auf die Länge und die Schwierigkeit der Route war ich fähig, jeden Tag nur zwei Versuche zu machen.

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Dieses Jahr ist es mir gelungen, in Osp weitere Routen mit 8b+ zu machen, nämlich Kaj Ti Je Deklica und Marjetica 8b/b+. Ich bin darüber riesig erfreut. Mein großer Dank geht an Helča für das Training, an mein Gehirn, dass es niemals kapitulierte, und vor allem an meinen Sponsor, Firma Tendon, für glänzende Unterstützung und an alle Leute, die mit unterstützen. Nichts ist unmöglich, wenn man es schaffen will. Deshalb solltet ihr trainieren, mit Freunden die Atmosphäre in den Bergen genießen und niemals nichts aufgeben. Ihr wisst niemals, wann der Augenblick kommt, der euch nach oben bringt und ihr werdet euch einen Traum erfüllen, so wie es mir gelungen ist.


Denis Pail

Ich möchte Jakub Konečný nominieren.

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